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Ihre Carolin Heuer, Vorsitzende
Ihr Daniel Overkamp, Vorsitzender

Wesseler und Windmeier informieren sich über Arbeit und Unterstützungsmöglichkeiten

Beindruckende Informationen erhielten Norbert Wesseler, Bürgermeisterkandidat der Vredener SPD, und Markus Windmeier, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion, bei ihrem Besuch beim Vredener SKF, dem Sozialdienst katholischer Frauen.

In einer ersten Gesprächsrunde teilte Ruth Upgang, Sozialpädagogin, den beiden Besuchern mit, dass der SKF Stellen in Ahaus, Gronau und Vreden habe sowie eine Nebenstelle in Stadtlohn.
In Vreden gibt es die Allgemeine Sozialberatung, die Schwangerschaftsberatung, die Alleinerziehendenberatung und die Kurberatung. Zudem ist der SKF für die Kindertagespflege und für die Vermittlung von Familienpaten zuständig. Aber auch die Läden "Dit tun Dat" und "Klamotte und Co" sowie die Ahauser Tafel werden vom SKF betreut. Insgesamt 500(!) Ehrenamtliche sind für den SKF tätig. Sollte der SKF einmal nicht helfen können, werden die Hilfesuchenden weiter geleitet, beispielsweise an das Haus der Beratung der Caritas in Ahaus.


Die Hilfesuchenden zwischen 17 und 90 Jahre alt. Sie benötigen Hilfe aufgrund finanzieller Probleme oder weil sie sich trennen möchten und dabei Unterstützung benötigen. Silke Temming berichtete, dass es hierzu auch den Arbeitskreis "Keine Gewalt an Frauen und Kindern in Vreden" gäbe, der von ihr betreut werde. "Es findet viel Vermittlung statt, bevor überhaupt ein Anwalt zu Rate gezogen werde.", so Temming.
Maria Youssef führt die Kurberatung beim Vredener SKF durch: "Hier geht es darum, den Menschen eine dreiwöchige Auszeit zu bieten. Schulden, die Pflege von Eltern oder das Betreuen der Kinder können dazu führen, dass vor allem Frauen diese Auszeit benötigen." Diese Kur kann mit oder ohne Kinder durchgeführt werden. Leider gibt es aber nur 5 Mütterhäuser und 74 Mutter-Kind-Kliniken in Deutschland und die Wartezeit ist entsprechend lang. "Die Stelle der Kurberatung - obwohl so wichtig - ist leider nicht refinanziert und wird mit den Einnahmen des Ladens "Dit tun Dat" finanziert." , so Ruth Upgang. "Eine klare Aufforderung an die Politik, für die Refinanzierung dieser Stelle zu sorgen.", waren sich Wesseler und Windmeier einig.

Weitere Wünsche, die die drei Mitarbeiterinnen den Politikern mit auf den Weg gaben: Anerkennung der Arbeit, ein Weiterlaufen der Angebote und freiwillige finanzielle Leistungen der Stadt Vreden und des Jugendamtes des Kreises Borken, um diese wichtigen Unterstützungsangebote auch in der Zukunft zu sichern.
In einer zweiten Gesprächsrunde ging es um die Arbeitsbereiche kindertagespflege und Familienpaten. Birgit Wies, zuständig für die Kindertagespflege, machte deutlich, dass es immer noch keine Vereinbarkeit von Familie und Beruf gibt. "In Vreden gibt es ca. 40 Tagesmütter und gerade die Nachfrage an Randzeitenbetreuung ist enorm. Bin ich aber im Schichtdienst und alleinerziehend, habe ich ein Problem, Betreuung in der Zeit von 05.00 Uhr bis 07.00 morgens oder in den Abendstunden zu finden.", so Birgit Wies. Die Kindertagespflege ist dem Kindergarten gleichgestellt, baut aber auf ein echtes Beziehungssystem. Die Kinder sollen immer von der gleichen Tagesmutter betreut werden und ein zweites Zuhause erleben, eine zweite, den Kindern bekannte Tagesmutter, steht zu Vertretungszwecken bereit. "Die Glücksfabrik" bei Ventana wird von 2 Tagesmüttern geleitet, die sich zusammengeschlossen haben und so eine Großtagesstelle anbieten können.", so Wies.

Ob denn auch eine 24 Stunden Betreuung in Vreden zu organisieren wäre, wollte Norbert Wesseler von Birgit Wies wissen. "Schwierig, aber nicht unmöglich.", antwortete Wies: " Die Beziehungsarbeit wird natürlich schwieriger, wenn die Andockung an die Tagesmutter fehlt, denn eine Tagesmutter kann diese 24 Stunden Betreuung natürlich nicht alleine leisten. Die Turmvilla in Stadtlohn zeige aber, dass diese Betreuung theoretisch, mit viel Arbeit, Organisation und einer entsprechenden Nachfrage umsetzbar sei. Den Tagesmütterverein Vreden, Stadtlohn und Südlohn gibt es seit 20 Jahren, zwischenzeitlich mit eigenem digitalem Auftritt.
Ein Wunsch von Wies ist es, dass die Politik als Mittler zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern tätig wird, um beispielsweise geregelte Schichten festzulegen oder neue Arbeitszeitmodelle auszuprobieren, die den Alleinerziehenden das Leben leichter machen. Arbeitgeber sollten sich auf etwas einlassen, was vielleicht neu ist, aber den Arbeiternehmer zufrieden stellt und dafür sorgt, dass er der Firma lange erhalten bleibt.
Zu guter Letzt stellte Claudia Both-Radzke ihren Arbeitsbereich Familienpaten vor, der vom Kreis refinanziert wird, dessen Finanzierung aber regelmäßig auf wackeligen Beinen steht. Ehrenamtliche gehen ein Mal pro Woche in Familien, deren jüngstes Kind nicht älter als drei Jahre ist und denen ein soziales Netzwerk fehlt. Auch Erkrankungen innerhalb der Familien können zum Besuch der Familien führen. Diese frühe Hilfe muss aber niemand annehmen, sie ist freiwillig. Die Familienpaten bieten ein niedrigschwelliges Angebot, es handelt sich nicht um professionelle Hilfe. Diese könnte aber weiter vermittelt werden.
Norbert Wesseler bedankte sich zum Schluss bei den Gesprächsteilnehmerinnen und hielt abschließend fest: "Für Vreden ist der SKF unverzichtbar. Die Politik muss helfen, wo Finanzierungsschwierigkeiten entstehen. Dies ist eine Pflicht."

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